ANALOG PROCESSING

Wenn der Bergiff "analog" oder "Analog Mastering" verwendet wird, sollte man genau definieren, was damit im speziellen Fall gemeint ist. Außer bei analogen Tapes als Klangquelle oder beim Direct-to-Disc-Recording auf Vinyl starten und enden Post-Productions so gut wie immer als digitale Daten bzw. Medien, unabhängig davon, ob dabei analoge Komponenten mit im Einsatz sind.

Aus diesem Grund bevorzuge ich dafür in meiner Arbeit den Begriff "analog processing", bezogen auf die Einbeziehung analoger Komponenten (z. B. Channel Strips) in die Audiobearbeitung, in der Regel zusätzlich zur digitalen Bearbeitung mit hochwertigen digitalen Plug-ins. Damit wird in vielen Fällen eine klangliche Aufwertung bewirkt, die sich zumindest subtil in einem lebendigeren, direkteren oder offeneren Klang äußern kann. Allerdings gilt das nicht pauschal für alle Fälle, sodass der positive Effekt immer einer Einzelfallprüfung unterzogen werden muss.
Das, was oft als analoge Wärme oder "Sättigung" des Klangs empfunden wird, ist auf harmonische Verzerrungen zurückzuführen, die allein schon beim Signalfluss durch die analogen Komponenten bewirkt werden, ohne dass dabei Filter, Kompression oder andere Funktionen im Einsatz sind. Damit dadurch die Transparenz des Quellmaterials nicht beeinträchtigt wird, müssen dafür möglichst hochwertige Komponenten im Einsatz sein.

Das gilt auch für die ADCs und DACs, die nötig sind, um die analogen Geräte in die ansonsten digitale Singnalkette einzubinden. In diesem Sinne verwende ich als DACs und ADCs zwei UA 2192 (Universal Audio), die mit hochwertigen analogen Komponenten ausgestattet sind und die dem Klang etwas mehr "Charakter" verleihen, als andere hochwertige DACs mit extrem neutralen Klang. Der Sound des UA 2192 ist warm und lebendig mit einer subtilen Betonung der unteren Mitten und eignet sich daher gut für Recording und analog processing - also für Aufgaben, wo solche Klangfärbungen sogar wünschenswert sein können. Der UA 2192, der sowohl für die D/A-Wandlung zur analogen Ebene als auch für die A/D-Wandlung zurück zur digitalen Ebene zuständig ist, wird intern getaktet und läuft als Master-Clock für die DAW und den Monitor-DAC. Damit wird, im Unterschied zur Verwendung mehrerer Wandler-Geräte und einer Taktung über z. B. eine externe Master-Clock, eine optimale Signalverarbeitung erreicht.
Für die eigentliche analoge Audiobearbeitung benutze ich zwei Focusrite-Channel-Strips ISA 430 MKII, ausgestattet mit je 3 unabhängigen Filtern, einer Compressor/Limiter-Einheit (wahlweise opto oder VCA), De-Esser etc.. Hier hört man auch, dass die Entwicklung der Focusrite-Hardware vom Ursprung her eng mit dem Namen Rupert Neve verbunden ist.
In einigen Fällen setze ich auch deren Filter und Kompressoren ein – letztere in der Regel für eine sehr sanfte Parallel-Kompression. In dem Fall wird das Quellsignal mono und bei Bedarf gefiltert über die dafür vorgesehenen Eingänge in beide Mono-Channel-Strips als Side-Chain-Signal eingespeist, wodurch bewirkt wird, dass die Kompressoren für beide Stereo-Kanäle 100%ig identische Steuersignale erhalten. Damit arbeiten die Kompressor-Einheiten in beiden Channel-Strips praktisch als Stereo-Kompressor (im Link-Modus), während gleichzeitig die Filter-Einheiten bei Bedarf im Dual-Mono-Mode arbeiten können. Die  folgende Abbildung zeigt eine typische Einstellung der beiden ISA 430 für so ein Szenario.

Analoge Bearbeitung dieser Art erfordert mehr technischen und zeitlichen Aufwand, als reines digitales Bearbeiten (mit Auswirkung auf die Preise im Vergleich zum Standard-Mastering - siehe unten). Man stelle sich nur vor, dass alle analog bearbeiteten Audiosignale erst wieder (in Echtzeit) aufgenommen werden müssen, bevor sie digital weiter verarbeitet werden können. Hinzu kommt, dass das Programmaterial nach dem re-recording nur durch sorgfältiges Durchhören auf seine Fehlerlosigkeit hin überprüft werden kann. So etwas wie ein Nulltest kommt hier nicht in Betracht. Kontrolle ist aber auch dann nötig, wenn Fehler durch Sync-Probleme (z. B. infolge Jitter oder Framing Errors) extrem unwahrscheinlich sind, weil sich DACs und ADCs wie beim UA 2192 im selben Gerät befinden.

PREISE

Vor einem verbindlichen Auftrag für ein Analog Processing werden kostenfreie Proben der möglichen Bearbeitung zur Verfügung gestellt, auf deren Grundlage entschieden werden kann, ob und welche Bearbeitung beauftragt werden soll.

Analog Processing kann optional zum Standard Mastering zu folgenden Aufpreisen beauftragt werden:

  • Einzeltrack: von 10,- (11,90)* bis 30,- (35,70)* EUR
  • Album mit bis zu 18 Tracks (Pauschalpreis): 200,- (238,-)* EUR

Besuchte/betreute Analog-Processing-Session: 40,- (47,60)* EUR pro Stunde

*) inklusive 19% MwSt.

 

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