mastern_00
mastern_01
mastern_02
mastern_03
mastern_04
mastern_05
mastern_07
mastern_08
mastern_09
mastern_10

SAMPLERATEN UND BITBREITEN

Häufig wird die Frage gestellt, in welchem Format (Samplerate, Bitbreite) aufgenommen, bearbeitet oder ein fertiger Mix fürs Mastern angeliefert werden soll.

Grundsätzlich gilt: Während aller Arbeitsgänge bis hin zum Bouncen der fertigen Mischung sollten alle Audiodaten möglichst in dem Format bleiben, in dem sie auch aufgenommen wurden. Sofern z. B. mit 48 oder 96 kHz und 24 Bit aufgenommen wurde, sollten alle Bearbeitungen weiterhin in diesem diesem Format ausgeführt werden. Falls zwischendurch eine Gruppe oder ein einzelner Track gebounct werden soll, der später im Mix noch bearbeitet werden muss, empfiehlt sich auch das Format 32 Bit Float (bei gleichbleibender Samplerate). Ein Downsampling von z. B. 24 auf 16 Bit oder gar von einer höheren auf eine niedrigere Samplerate sollte nur erfolgen, wenn es unbedingt nötig ist, wobei auch nur in diesem Fall das Dithering eingeschaltet werden sollte. Dithering sollte ansonsten nicht zur Anwendung kommen, solange kein Downsampling auf z. B. 16 Bit stattfinden muss. Im Idealfall ist das der allerletzte Arbeitsgang beim Mastern einer Audio-CD – mehr dazu im Beitrag DITHERING.

96, 48, 44.1 oder 88.2 kHz – was ist die beste Wahl?

Falls von vorn herein feststeht, ob die Produktion für eine Audio-CD oder als Soundtrack einer DVD gemastert werden soll, kann man schon bei den Aufnahmen eine darauf abgestimmte Samplerate wählen (z. B. 176.4, 88.2 oder 44.1 kHz für die Audio-CD oder 192, 96 bzw. 48 kHz für einen Video-DVD-Soundtrack). Damit muss beim Mastern die Samplerate entweder gar nicht mehr geändert, oder lediglich durch 4 bzw. 2 geteilt werden, was der Rechengenauigkeit zugute kommt. Weniger sinnvoll ist es, bei Aufnahmen für ein CD-Album von vorn herein 48 oder 96 kHz zu wählen, oder für einen DVD-Sondtrack mit 44.1 kHz aufzunehmen. Man muss davon ausgehen, dass bei jeder Down-Samplerate-Konvertierung, bei der ein Umrechnungsfaktor mit vielen Stellen hinterm Komma verwendet werden muss (z. B. 96 : 44,1 = 2,1768707...) eine mehr oder weniger deutlich wahrnehmbare Verfärbung (oder gar Verzerrung) des Sounds stattfindet – stark abhängig auch von der Qualtiät des verwendeten Samplerate-Konverters (SRC). Die Qualität der in DAWs wie Wavelab, Logic oder Cubase integrierten SRCs kann z. B. nicht mit der des Software-Stand-alone-SRCs SARACON der Firma Weiss mithalten. Allerdings hat dieses Tool, das außer SRC (auch in Batch-Verarbeitung) nichts weiter tun kann und soll, auch einen äquivalenten Preis (ca. 700,- EUR).

Für den Qualitätserhalt bei der Bearbeitung und einer späteren Konvertierungen in z. B. 44,1 kHz / 16 Bit ist aber auch die Wortbreite bei der Aufnahme enorm wichtig: Je größer, desto besser (24 Bit – also effektive 20 Bit – ist der Standard, den die meisten A/D-Wandler unterstützen). Falls die DAW das 32 Bit Floating Point Format unterstützt, ist das von der Aufnahme an – also vom ersten Abspeichern der aufgenommenen Audiodaten – über alle weiteren Bearbeitungsprozesse hinweg die bestmögliche Wahl.

Wichtigste Schlussfolgerung: Eine Änderung des Formats der aufgenommenen Audiodaten sollte möglichst erst wieder erfolgen, wenn alle weiteren Bearbeitungsprozesse im Mischen und Mastern endgültig abgeschlossen sind – also beim Mastern einer CD (als CDR oder DDP-Image) oder beim Exportieren von MP3-Files. Und wählen Sie die Aufnahme-Samplerate möglichst mit Blick auf das Medium (CD, DVD ...), für das die Produktion vorgesehen ist.

© 2013 by W. Fiedler

Drucken