Downloads: Erläuterungen zur Bearbeitung

Pop: Hier soll erklärt werden, warum für diesen Track eine zweite Variante der gemasterten Fassung erstellt wurde, die sich klanglich nicht wahrnehmbar von der ersten unterscheidet.

Nach dem ersten Mastering ergab sich die Notwendigkeit für eine Variante 2, weil die ungemasterte Version kontinuierlich eine Frequenzspitze bei ca. 16 kHz aufweist (Herkunft unbekannt, wahrscheinlich durch Interferenz oder Intermodulation zwischen Audio und Samplerate oder Clock im AD-Wandeln des ursprünglichen Mix). Dieses "Pfeifen" bei 16 kHz ist auch in der Variante 1 der gemasterten Fassung vertreten. Es ist im Gesamtklang nicht wahrnehmbar, wird allerdings im Spektrogramm deutlich als eine Linie bei 16 kHz erkennbar (siehe Abb. links).

Das eigentlich nicht wahrnehbare Störsignal wurde in Variante 2 entfernt. Die zweite Abbildung links zeigt den Unterschied im Spektrogramm.

Diese Bearbeitung hat darüber hinaus einen weiteren Nebeneffekt: Der digitalte Spitzenpegel in Variante 2 ist gegenüber Variante 1 und sogar gegenüber dem ungemasterten Mix um ca. 0,8 dBFS geringerer, obwohl Letzterer deutlich leiser klingt als beide gemasterten Varianten. Dies mag an einer Ungenauigkeit im Bearbeitungsprozess liegen, denn allein das Entfernen des Tons bei 16 kHz erklärt diesen Pegelunterschied nicht.
Auch wenn man deren Unterschied im Klang nicht deutlich wahrnimmt, ist es naheliegend, dass eine solche Bearbeitung nicht ohne klangliche Nebenwirkung bleibt. Mehr dazu finden Sie in dem Beitrag NULLTEST, in dem an diesem Beispiel beschrieben ist, wie man auf einfache Weise hörbar machen kann, was eine Bearbeitung – insbesondere Prozesse zur Restauration – über den Nutzen hinaus noch an klanglichen Veränderungen mit sich bringt. Mit dem Nulltest lässt sich somit auch prüfen, ob und in welchem Maße Audiodaten bei Überspielungen verändert werden.

 

Jazz: Das relativ schlanke Klangbild des Masters war vom Produzenten so gewünscht. Daher beschränkte sich die Bearbeitung nur auf ein wenig Verdichtung des Gesamtklangbilds.

Jazzrock: Der ungemasterte Mix war schon recht laut. Aber es schien mir notwendig, ein wenig mehr "Definition" ins Klangspektrum zu bringen.

Smooth Jazz: Abgesehen von der Anpassung der Lautheit wurde das Klangspektrum "geöffnet".

Soundtrack: Hier war es vor allem erforderlich, neben Korrekturen am Klangspektrum und am Raumeindruck Beschädigungen an der Dynamik zu korrigieren, die bei der Aufnahme durch einen ungünstigen Einsatz von Dynamik-Prozessoren (Kompressor/Limiter) entstanden sind. Beispiel: Ab ca. 0:26 im Klangbeispiel führt ein kurzes Crescendo zu einem Tutti mit Pauken und Becken (bei ca. 0:28). In der ungemasterten Aufnahme wird die eigentlich erwünschte Lautheit dieser Stelle duch einen ein Dynamik-Prozessor "weggedrückt".

Neue Musik (live): Die ursprüngliche Linkslastigkeit der Aufnahme wurde korrigiert und die Stereobasis wurde etwas "verbreitert". Weiterhin wurden mehr oder weniger subtile Manipulationen am Frequenzspektrum vorgenommen und extrem leise Passagen, die sich kaum gegen den Geräuschpegel des Publikums durchsetzen konnten, wurden etwas hervorgeholt. Im Vorfeld waren bereits unerwünschte Nebengeräusche (ab ca. 0:12) und zu lange Pausen entfernt worden, die z. B. durch das Umblättern von Noten entstanden sind.

Piano Solo: Abgesehen vom Hinzufügen eines Reverb und einer Lautheitsanpassung war hier vor allem eine Korrektur am Mitte-/Seitenverhältnis erforderlich. Aufgrund der Mikrophonierung ist die ungemasterte Aufnahme streckenweise nicht monokompatibel. Insbesondere für den Broadcasting-Einsatz musste das korrigiert werden (Variante 1). Die dadurch deutlich schmalere Stereobasis ist in anderen Zusammenhängen weniger erwünscht (z. B. Audio-CD). Als einen für beide Einsatzzwecke akzeptablen Kompromiss empfehle ich daher die Variante 2, in der die Stereobasis weniger eingeschränkt wird, die aber gerade so noch monokompatibel bleibt. Beim Vergleich beider gemasterten Varianten zeigt sich, dass die Variante 1 infolge des anderen Verhältnisses zwischen Mitten- und Seitensignal gegenüber der Variante 2 über Boxen zwischen 0,5 und 1 dB lauter klingen kann, während sich dieser Eindruck im Kopfhörer deswegen nicht ergibt, weil dort der "größere" Stereo-Eindruck der Variante 2 subjektiv auch als lauter interpretiert wird.

Piano (6-händig): Der Track wurde im Traumton Studio (Berlin) aufgenommen und wurde für meinen Geschmack etwas zu indirekt mikrophoniert, besonders da es sich hierbei nicht um klassische oder romantische, sondern um zeitgenössische Klaviermusik handelt. Das ist Geschmacksache und wurde von den Künstlern bzw. Produzenten nicht reklamiert. Beim Mastern wurden vor allem Rauschen und Brummen selektiv in extem leisen Passagen reduziert, wo das Nutzsignal davon deutlich beeinträchtigt wurde.

Schlager: Der Mix wurde in vorbildlicher Form angeliefert (24 Bit, max. Pegel -1,35 dBFS). Die Lautheit wurde auf Wunsch des Produzenten um ca. 8 dB (!) angehoben. Seine Begründung: Wenn man mit so einem Track nicht wenigstens so laut ist, fällt er bei den Rundfunkredakteuren gleich durch den Rost. Hmmm ... tja ... naja, dann soll es eben so sein.
Die überbetonten S-Laute auf den Solo-Vocals (mit einem Brauner Valvet aufgenommen) waren mit einem De-Esser auf der Summe nicht ohne "Kollateralschäden" zu reparieren. Hier hätte wahrscheinlich nur ein anderes Mikrophon bei der Aufnahme oder vielleicht noch ein Stem-Mastering (mit einem guten De-esser auf der Solostimme) Abhilfe schaffen können.

 

Demos (MP3)

(mit Flash-Unterstützung auf den Websiten direkt abspielbar)

Premastering

Recording

Sounddesign

Digitalisierung und Restauration

 

 

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