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WIE LAUT SOLL DER MIX SEIN?

Nicht selten werden Tracks zum Mastern angeliefert, die mit Kompression und Limiting schon auf maximale Lautheit getrimmt sind. Davon ist dringend abzuraten – siehe hierzu auch die Beiträge VOLLAUSSTEUERUNG? und RADIO-READY?.

Grundsätzlich gilt: Vermeintliche oder tatsächliche Defizite in der Lautheit eines Mixes können beim Mastern mit den dafür bestmöglichen Mitteln leicht behoben werden. Die Erhöhung der Lautheit ist eine der leichtesten Übungen für einen Mastering-Engineer. Selbst wenn der Künstler oder Produzent eine extreme Lautheit wünscht, hat der Mastering-Experte normalerweise die besseren Mittel und Erfahrungen, um auch die absurdeste Lautheit so zu erzielen, dass dabei die Dynamik und die Transienten möglichst wenig beschädigt werden (gänzlich ohne Nebenwirkungen ist so etwas kaum möglich).

Daher meine dringende Empfehlung für das Mischen: Die Summenpegel stets im Auge behalten! Wenn man in der Mix-Summe einen Clipper (Limiter) einsetzen muss, um die 0 dBFS (digitale Vollaussteuerung) nicht zu überschreiten, läuft man Gefahr, dass die Dynamik oder die Transienten irreparablen Schaden nehmen. In dem Falle ist es besser, auf Kosten der Lautheit sämtliche Signale etwas herunterzunehmen, um ohne Limiter deutlich unter 0 dBFS in der Summe zu bleiben (besser -3 bis -1 dBFS).
Davon abgesehen sind geeignete Limiter und/oder Kompressoren natürlich wichtige Werkzeuge im Mix, wenn sie differenziert auf einzelne Tracks oder Subgruppen angewandt werden, um den den gewünschten Komponenten die nötige Dichte und Präsenz/Druck zu verleihen, während gleichzeitig den Gesamtpegel im Zaum gehalten wird.

Grundsätzlich sollte auch der Einsatz von Maximizer oder Multibandkompressor in der Summe mit Skepsis und Vorsicht genossen werden. Multibandkompressoren verändern leicht die sorgfältig gefundenen Mischungsverhältnisse und Maximizer können unnötige Verzerrungen hinzufügen, die sich beim Mastern nicht mehr rückgängig machen lassen. Überlassen Sie diese Arbeiten dem Mastering-Experten, der einerseits die bestmöglichen Werkzeuge dafür hat und der andererseits mit einem "unbeschädigten" Quellmaterial viel besser jederzeit Korrekturen an seiner Bearbeitung vornehmen kann, sofern das Ergebnis nicht befriedigt – Probemaster und kostruktive Kommunikation vorausgesetzt.

Um einen Eindruck von typischen Unterschieden zwischen ungemasterten und gemasterten Tracks aus dem Profilager zu bekommen, kann man sich auf der www.digido.com (Website von Bob Katz) registrieren und hier Demo-Files von ungemasterten und gemasterten Tracks herunterladen.

© 2013 by W. Fiedler

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