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VORSORGE FÜR DAS MASTERN

Beim Bouncen eines fertigen Mix kann man mit wenig Aufwand die Voraussetzung dafür schaffen, dass beim Mastern noch Korrekturen oder sonstige Anpassungen in den Mischungsverhältnissen vorgenommen werden können.

Warum so etwas nötig werden könnte, soll folgendes Beispiel-Szenario zeigen: Beim Mastering werden mit einer getrennten Bearbeitung von Mitten- und Seitensignalen die Konturen des Stereobildes und der räumlichen Wahrnehmung manipuliert, um dem gesamten Arrangement mehr Transparenz und eine breitere Stereobasis zu verschaffen. Das hätte aber die unerwünschte Nebenwirkung, dass ein wichtiges Signal aus der Mitte (ein Solo oder die Vocals) etwas zu stark in den Hintergrund gerät – das Mischungsverhältnis wird nachteilig verändert.

Eine gängige Maßnahme, um in so einem Fall nicht auf den ansonsten wünschenswerten Effekt verzichten zu müssen, ist das vorsorgliche Abmischen verschiedener Varianten mit unterschiedlichen Lautstärkenverhältnissen zwischen Solo-Parts und Playback – also z. B. einer Version, in der die Vocals bereits etwas lauter sind.

Noch mehr Spielraum für Korrekturen hat man aber, wenn beim Mastern zusätzlich der pure (unbearbeitete) Solo- oder Vocal-Track zur Verfügung steht. Dann kann man diesen samplegenau an die Stereosumme anlegen, um ihn gesondert bearbeitet und wohl dosiert wieder etwas zur Summe hinzuzumischen. Umgekehrt wäre es damit sogar denkbar, den Solo-Part leiser zu machen (durch Beimischen des Solo-Tracks mit invertierter Phase).

So kann man natürlich auch mit anderen Tracks oder Instrumentengruppen (Bass, Drums, Gitarren Keyboards ...) verfahren. Ohne dass ein regelrechter STEM-MASTERING-SERVICE geplant sein muss, ist das Bouncen solcher Stems eine wenig aufwändige und daher clevere Maßnahme, um auf alle Eventualitäten beim Mastern vorbereitet zu sein. Wer weiß – vielleicht sollen ja später mal Radio- oder Club-Versionen vom gleichen Track gemastert werden, ohne dass dazu ein Remix erforderlich wird.

© 2013 by W. Fiedler

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